
Der empirische Teil der Abschlussarbeit ist das Kapitel, in dem Sie Ihre eigene Arbeit zeigen: Sie analysieren Daten, führen Messungen durch, entwerfen eine Lösung oder interpretieren Ihre Ergebnisse. Je nach Fach wird er auch analytischer, praktischer oder empirischer Teil genannt und bildet den Kern der gesamten Arbeit, denn genau hier wird das in der Einleitung gesetzte Ziel überprüft. Seine Form hängt vom Typ der Arbeit ab (quantitativ, qualitativ, projektorientiert), muss aber stets logisch an den theoretischen Teil und die Methodik anknüpfen. In diesem Artikel gehen wir durch, wie Sie ihn strukturieren, wie Sie Daten aufbereiten und präsentieren und welche Fehler dabei am häufigsten passieren.
Was der empirische Teil ist und wozu er dient
Der empirische Teil ist der Ort, an dem Theorie auf Realität trifft. Während der theoretische Teil vorhandenes Wissen sammelt und ordnet, bringt der empirische Teil den eigenen Beitrag der Autorin oder des Autors: eine konkrete Analyse, Untersuchung, Berechnung oder einen Entwurf. Es ist der Teil, an dem die Gutachter am stärksten beurteilen, ob Sie selbstständig mit einem Problem arbeiten können und nicht nur wiedergeben, was andere geschrieben haben.
Die Bezeichnung variiert je nach Fach und Tradition des Instituts. In den Sozialwissenschaften spricht man meist vom empirischen oder Untersuchungsteil, in den Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften vom analytischen oder praktischen Teil, in anwendungsorientierten Arbeiten vom Entwurfs- oder Projektteil. Das Prinzip ist dasselbe: die eigene Arbeit zeigen, nicht übernommenes Wissen.
Der Zweck des empirischen Teils lässt sich in drei Punkten zusammenfassen:
- Das Ziel der Arbeit erfüllen. Das in der Einleitung formulierte Ziel (analysieren, vergleichen, entwerfen, überprüfen) wird genau hier tatsächlich erreicht.
- Die Forschungsfragen beantworten oder die Hypothesen prüfen. Jede Frage aus der Einleitung hat im empirischen Teil ihren Platz.
- Den eigenen Beitrag nachweisen. Das ist das Kriterium, das eine Abschlussarbeit von einem Referat oder einer Kompilation unterscheidet.
Wie Sie den empirischen Teil mit Theorie und Methodik verbinden
Der empirische Teil steht nie für sich allein. Er bildet das dritte Glied einer Kette, die mit der Theorie beginnt und mit der Methodik weitergeht. Reißt diese Kette an irgendeiner Stelle, wirkt die Arbeit zerrissen, und die Gutachter merken das sofort.
Die Verbindung zur Theorie funktioniert über Begriffe und Modelle. Jeder Begriff, den Sie im theoretischen Teil definiert haben, sollte im empirischen Teil tatsächlich verwendet werden. Wenn Sie in der Theorie ein Modell oder Konzept ausführlich behandelt haben, wenden Sie es in der Analyse auf Ihre Daten an. Taucht ein Begriff in der Praxis nie auf, entfernen Sie ihn entweder aus der Theorie oder erklären Sie, warum Sie ihn erwähnen. Ausführlicher gehen wir auf die Verbindung zwischen den Kapiteln im Artikel über den Aufbau einer Abschlussarbeit ein.
Die Verbindung zur Methodik funktioniert über das Vorgehen. Das Methodikkapitel beschreibt, wie Sie Daten erheben und auswerten, der empirische Teil führt dieses Vorgehen aus. Wenn Sie in der Methodik angeben, einen Fragebogen und eine bestimmte Analysemethode zu verwenden, müssen im empirischen Teil genau dieser Fragebogen und diese Methode in Aktion sichtbar sein. Ein Widerspruch zwischen versprochener und verwendeter Methode gehört zu den häufigsten Einwänden der Gutachter. Wie man Methoden richtig beschreibt und begründet, behandeln wir im Artikel über Methodik und Forschungsmethoden in der Abschlussarbeit.
Eine hilfreiche Schlusskontrolle: Lesen Sie die Forschungsfragen aus Ihrer Einleitung und versuchen Sie, bei jeder mit dem Finger auf die Stelle im empirischen Teil zu zeigen, an der sie behandelt wird. Gelingt das bei einer Frage nicht, haben Sie ein strukturelles Problem.
Wie Sie den empirischen Teil strukturieren
Ein guter empirischer Teil hat eine innere Logik, die den Weg von der Frage zur Antwort nachzeichnet. Das bewährteste Gerüst verläuft in dieser Reihenfolge:
- Eine kurze Hinführung zum Kapitel. Ein paar Sätze, die an das Ziel erinnern und andeuten, was das Kapitel bringt.
- Eine Charakterisierung des Untersuchungsgegenstands oder des untersuchten Umfelds. Wer oder was Gegenstand der Analyse ist: ein Unternehmen, eine Stichprobe von Befragten, ein Datensatz, ein Fall.
- Eine Beschreibung des Ablaufs der Datenerhebung. Wann und wie die Erhebung stattfand, wie viele Daten Sie gewonnen haben, wie hoch der Rücklauf war.
- Die eigene Analyse, nach den Forschungsfragen geordnet. Der Kern des Kapitels, in dem jedes Unterkapitel eine Frage oder einen thematischen Block behandelt.
- Eine Teilzusammenfassung der Ergebnisse. Eine kurze Zusammenfassung vor dem Übergang in die Diskussion.
Das stärkste Ordnungsprinzip besteht darin, die Unterkapitel nach den Forschungsfragen aus der Einleitung zu gliedern. Wenn Sie sich in der Einleitung drei Fragen gestellt haben, ist es naheliegend, dass der empirische Teil drei Hauptblöcke hat, von denen jeder eine Frage behandelt. So kann der Leser leicht verfolgen, wie sich die Arbeit dem Ziel nähert.
Vermeiden Sie den umgekehrten Ansatz, bei dem das Kapitel nach den verwendeten Werkzeugen oder nach der Reihenfolge geordnet ist, in der Sie die einzelnen Analysen zufällig durchgeführt haben. Die Logik der Forschungsfragen ist für den Leser verständlicher als die Reihenfolge, in der die Arbeit entstanden ist.
Datenerhebung und -aufbereitung
Die Datenerhebung ist der Schritt, in dem das Material für die gesamte Analyse entsteht. Auch wenn Sie das Vorgehen selbst in der Methodik beschrieben haben, dokumentieren Sie im empirischen Teil, wie es tatsächlich ablief, denn die Realität weicht fast immer ein wenig vom Plan ab.
Geben Sie im empirischen Teil an:
- Den tatsächlichen Umfang der gewonnenen Daten. Wie viele Fragebögen zurückkamen, wie viele Interviews stattfanden, wie groß der endgültige Datensatz nach der Bereinigung ist.
- Die Art der Bereinigung und Aufbereitung der Daten. Welche unvollständigen oder fehlerhaften Datensätze Sie aussortiert haben und warum. Dieser Schritt erhöht die Glaubwürdigkeit, weil er zeigt, dass Sie mit den Daten sauber umgehen.
- Das verwendete Werkzeug zur Aufbereitung. Ein Tabellenkalkulationsprogramm, eine Statistiksoftware, ein Kodierrahmen bei qualitativen Daten. Kurz reicht, die Details gehören in die Methodik.
Bei der Aufbereitung gilt eine einfache Regel: Geben Sie nie eine Zahl an, die Sie nicht belegen können. Jeder Wert in einer Tabelle muss seinen Ursprung in den erhobenen Daten haben. Erfundene oder „geschönte" Zahlen sind nicht nur ein ethischer Fehltritt, sondern auch ein leicht aufzudeckender Fehler, sobald ein Gutachter die Rohdaten im Anhang verlangt.
Wie Sie Ergebnisse präsentieren: Tabellen, Diagramme und ihre Beschriftung
Ergebnisse werden im empirischen Teil über eine Kombination aus drei Elementen präsentiert: Text, Visualisierung (Tabelle oder Diagramm) und Beschreibung. Keines davon steht für sich allein.
Eine Tabelle oder ein Diagramm soll nie für sich selbst sprechen. Führen Sie sie stets mit einem Satz im Text ein, der den Leser auf das Wesentliche lenkt, und erklären Sie unter oder nach der Visualisierung, was daraus folgt. Die Abfolge lautet also: Ankündigung im Text, die Visualisierung selbst mit Nummer und Titel, Interpretation.
Einige praktische Grundsätze für Visualisierungen:
- Jede Tabelle und jedes Diagramm hat eine Nummer und einen Titel. Zum Beispiel „Tabelle 3: Verteilung der Befragten nach Alter". Auf die Nummer verweisen Sie dann aus dem Text.
- Wählen Sie den richtigen Typ der Visualisierung. Eine Tabelle eignet sich für genaue Werte, ein Diagramm für einen Trend oder Vergleich. Ein Kreisdiagramm ergibt Sinn bei Anteilen am Ganzen, ein Balkendiagramm beim Vergleich von Kategorien.
- Überfrachten Sie den Leser nicht. In den Haupttext gehören nur die zentralen Visualisierungen. Umfangreiche Tabellen mit Rohdaten verschieben Sie in den Anhang.
- Die Beschreibung erklärt, sie wiederholt nicht. Unter einer Tabelle soll nicht der Satz „in der Tabelle sehen wir Zahlen" stehen, sondern eine Interpretation: Was ist der höchste Wert, wo liegt die Überraschung, wie hängt das mit der Frage zusammen.
Wichtig ist, die Präsentation der Ergebnisse von ihrer Bewertung zu trennen. Im empirischen Teil beschreiben Sie, was die Daten zeigen. Die tiefere Interpretation, den Vergleich mit der Theorie und die Erklärung der Ursachen überlassen Sie der Diskussion.
Wie sich der empirische Teil nach Typ der Arbeit unterscheidet
Es gibt keinen einzigen universellen empirischen Teil. Seine Form ändert sich deutlich danach, welchen Forschungsansatz die Arbeit wählt. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen.
| Aspekt | Quantitative Arbeit | Qualitative Arbeit | Projektarbeit (anwendungsbezogen) |
|---|---|---|---|
| Ziel des Teils | Hypothesen an Zahlendaten prüfen | ein Phänomen vertieft verstehen | eine Lösung entwerfen und überprüfen |
| Typische Daten | Fragebögen, Messungen, Statistiken | Interviews, Beobachtungen, Dokumente | Anforderungen, Prototyp, Berechnungen |
| Art der Aufbereitung | statistische Analyse | Kodierung, thematische Analyse | Entwurf, Modellierung, Testen |
| Präsentation der Ergebnisse | Tabellen, Diagramme, Kennzahlen | Zitate der Befragten, Kategorien, Schemata | Diagramme, Zeichnungen, Demonstrationen der Lösung |
| Schwerpunkt | Repräsentativität und Messbarkeit | Tiefe und Kontext | Funktionalität und Nutzbarkeit |
In einer quantitativen Arbeit ist der empirische Teil auf Zahlen aufgebaut. Sie arbeiten mit einer größeren Stichprobe, präsentieren die Ergebnisse über Tabellen und Diagramme und prüfen die Hypothesen mit der gewählten Methode. Der Schwerpunkt liegt darauf, dass die Ergebnisse messbar sind und die Stichprobe groß genug für eine Verallgemeinerung ist.
In einer qualitativen Arbeit ist der Kern die Tiefe, nicht die Anzahl. Sie arbeiten mit einer kleineren Zahl von Befragten oder Fällen, gehen aber ins Detail. Die Ergebnisse präsentieren Sie oft über Kategorien, Themen und wörtliche Zitate der Befragten, die die Ergebnisse veranschaulichen. Wichtig ist zu zeigen, wie Sie aus den Daten zu Ihren Schlüssen gelangt sind.
In einer Projekt- oder anwendungsbezogenen Arbeit ist der empirische Teil der Entwurf einer konkreten Lösung: einer Software, eines Prototyps, eines Geschäftsplans, eines technischen Entwurfs. Auf den Entwurf folgt in der Regel die Überprüfung, ob die Lösung funktioniert und die Anforderungen erfüllt. Der Schwerpunkt liegt auf der Nutzbarkeit und darauf, dass der Entwurf ein reales, in der Einleitung benanntes Problem löst.
Was in den Anhang gehört
Der Anhang ist der Ort für Materialien, die zur Überprüfung der Ergebnisse wichtig sind, im Haupttext aber den Lesefluss stören würden. Er dient dazu, dass ein interessierter Leser oder Gutachter nachvollziehen kann, wie Sie zu den Ergebnissen gelangt sind.
In den Anhang gehören vor allem:
- Roh- oder umfangreiche Daten, die nicht in den Haupttext passen
- der vollständige Fragebogen oder der Interviewleitfaden
- Transkriptionen der Interviews
- umfangreiche Tabellen und ergänzende Diagramme
- Zeichnungen, Schemata, Code, technische Dokumentation
Es gilt eine einfache Regel der Verknüpfung: Auf jeden Anhang müssen Sie mindestens einmal aus dem Text verweisen. Anhänge, auf die Sie in der Arbeit nirgends verweisen, wirken wie vergessene Dateien und schwächen den Gesamteindruck. Kennzeichnen Sie jeden Anhang (Anhang A, Anhang B) und verweisen Sie im Text an der relevanten Stelle darauf.
Zugleich ist der Anhang kein Abstellraum. Hierhin gehören keine Materialien, die mit der Überprüfung der Ergebnisse nichts zu tun haben und nur dazu dienen, die Arbeit umfangreicher erscheinen zu lassen.
Wie Sie nachweisen, dass der empirische Teil authentisch und eigenständig ist
Authentizität ist die Eigenschaft, die die Gutachter im empirischen Teil am genauesten verfolgen, denn genau hier wird der eigene Beitrag erwartet. Nachweisen können Sie sie auf mehrere Weisen, die zugleich die Qualität der Arbeit erhöhen.
Belegen Sie den Weg von den Daten zu den Schlüssen. Wenn das reale Vorgehen sichtbar ist, mit Zahlen in Tabellen, Rohdaten im Anhang und einer klaren Analyselogik, wird deutlich, dass die Arbeit durch echte Arbeit entstanden ist und nicht durch Abschreiben. Ein transparentes Vorgehen ist der stärkste Beweis der Authentizität.
Arbeiten Sie mit konkreten eigenen Daten. Ein eigener Fragebogen, eigene Interviews, eine eigene Analyse eines konkreten Unternehmens oder Falls sind etwas, das sich nirgends kopieren lässt. Je konkreter Ihr Material, desto origineller die Arbeit.
Zitieren Sie Fremdes und trennen Sie es vom Eigenen. Auch im empirischen Teil können Sie sich auf fremde Quellen stützen, aber es muss stets klar sein, was übernommen und was Ihr eigenes ist. Korrektes Zitieren nach der gewählten Zitierweise (häufig APA, Harvard oder die deutsche Zitierweise) schützt vor unbeabsichtigtem Plagiat.
Rechnen Sie mit einer Plagiatsprüfung. Die meisten Hochschulen unterziehen jede Abschlussarbeit einer Plagiatsprüfung, in der Regel mit entsprechender Software. Genau deshalb lohnt es sich nicht, fremden Text zu übernehmen. Ein empirischer Teil, der auf eigenen Daten aufbaut, ist gegen eine solche Prüfung von Natur aus widerstandsfähig.
Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihren eigenen Beitrag nachweisen, können unsere Autoren Ihnen helfen, den empirischen Teil so aufzubauen, dass er Ihr eigener, belegbar und mit der Theorie konsistent ist. Werfen Sie einen Blick auf unsere Leistungen oder geben Sie unverbindlich eine Anfrage auf.
Häufige Fehler im empirischen Teil
Der empirische Teil ist nur Beschreibung, keine Analyse. Der häufigste Fehler. Die Autorin oder der Autor beschreibt, was gefunden wurde, analysiert es aber nicht: Es fehlen Interpretation, Vergleich, die Suche nach Zusammenhängen. Die Beschreibung ist nur der erste Schritt, das Wesentliche bildet die Analyse.
Es fehlt die Verbindung zur Theorie. Der empirische Teil führt ein Eigenleben und verwendet weder die Begriffe noch die Modelle, die in der Theorie eingeführt wurden. Es wirkt, als wären es zwei zusammenhanglose Arbeiten.
Ergebnisse ohne Interpretation. Tabellen und Diagramme werden ohne Erklärung in den Text eingefügt. Der Leser sieht Zahlen, weiß aber nicht, was daraus folgt.
Vermischung von Ergebnissen und Diskussion. Die Autorin oder der Autor erklärt direkt bei jeder Zahl die Ursachen und vergleicht mit der Literatur. Es ist besser, die Präsentation der Ergebnisse von ihrer Bewertung zu trennen, damit das Kapitel übersichtlich bleibt.
Stichprobe oder Daten sind für das Ziel zu schwach. Das Ziel verspricht eine Verallgemeinerung, aber die Stichprobe ist zu klein oder nicht repräsentativ. Die Lösung besteht darin, entweder die Daten zu verstärken oder den Anspruch des Ziels anzupassen und die Grenzen ehrlich zu benennen.
Anhänge ohne Verweise. Rohdaten und Fragebögen liegen im Anhang, aber der Text verweist nirgends darauf, sodass niemand sie mit der Analyse verbindet.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen praktischem, analytischem und empirischem Teil?
Es handelt sich im Grunde um denselben Teil der Arbeit unter verschiedenen Namen. Die Bezeichnung hängt vom Fach und den Gepflogenheiten des Instituts ab. „Empirisch" wird verwendet, wenn es um eigene Forschung mit Daten geht, „analytisch" bei der Auswertung vorhandener Daten oder eines Falls und „praktisch" als allgemeinste Bezeichnung. Richten Sie sich stets nach der Bezeichnung, die die Vorgaben Ihres Instituts verwenden.
Wie lang soll der empirische Teil sein?
Ein verbindlicher Umfang ist nicht universell, er variiert je nach Hochschule, Fach und Typ der Arbeit. Allgemein sollte er in einem vernünftigen Gleichgewicht mit dem theoretischen Teil stehen, ihn weder deutlich übertreffen noch deutlich dahinter zurückbleiben. Die genaue Empfehlung finden Sie in den Vorgaben Ihres Instituts, die Vorrang vor Ratschlägen aus dem Internet haben.
Sollen Ergebnisse und Diskussion im empirischen Teil stehen oder getrennt?
Das hängt von den Gepflogenheiten des Fachs ab. Manche Arbeiten verbinden Ergebnisse und Diskussion zu einem Kapitel, andere trennen sie. Funktional unterscheiden sie sich jedoch: Ergebnisse beschreiben, was Sie herausgefunden haben, die Diskussion erklärt, was es bedeutet und wie es mit der Theorie zusammenhängt. Auch wenn sie verbunden sind, sollten beide Elemente erkennbar bleiben.
Was tun, wenn die Ergebnisse die Hypothese nicht bestätigen?
Das ist völlig normal und kein Fehler. Forschung bestätigt Hypothesen ebenso wie sie sie widerlegt. Eine nicht bestätigte Hypothese ist ein gleichwertiges Ergebnis, wenn Sie es ehrlich interpretieren. Der Fehler bestünde darin, die Daten so zu schönen, dass sie zur Hypothese passen. Die Gutachter schätzen eine ehrliche Interpretation mehr als einen erzwungenen „Erfolg".
Muss ich im empirischen Teil Quellen zitieren?
Ja, immer dann, wenn Sie sich auf fremde Erkenntnisse, Daten oder Methoden stützen. Im empirischen Teil zitieren Sie seltener als in der Theorie, aber es gilt weiterhin, dass Übernommenes vom Eigenen abgegrenzt sein muss. Zitieren Sie nach der Zitierweise, die Ihre Hochschule vorschreibt (häufig APA, Harvard oder die deutsche Zitierweise).
Wie kann ich auf die Grenzen des empirischen Teils hinweisen, ohne die Arbeit zu beschädigen?
Die offene Benennung von Grenzen verschlechtert die Arbeit nicht, im Gegenteil stärkt sie ihre Glaubwürdigkeit. Eine kleine Stichprobe, eine zeitliche Beschränkung oder die Verfügbarkeit von Daten sind legitime Grenzen, die jede Forschung hat. Wichtig ist, sie sachlich zu benennen und zu zeigen, dass Sie sich ihrer bewusst sind, und gegebenenfalls vorzuschlagen, wie sie künftige Forschung überwinden könnte.
Der empirische Teil ist der Ort, an dem über den Wert der gesamten Arbeit entschieden wird. Hier wird das Ziel aus der Einleitung erfüllt, hier werden die Forschungsfragen beantwortet und der eigene Beitrag nachgewiesen. Wenn Sie ihn logisch mit Theorie und Methodik verbinden, die Daten sauber aufbereiten und die Ergebnisse verständlich präsentieren, wird das entstandene Kapitel mehr sein als die Erfüllung einer formalen Anforderung: Es wird der echte Kern, der die Arbeit zusammenhält.
