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Abstract der Abschlussarbeit schreiben: Anleitung

Veröffentlicht: 24. Juni 2026 · Autor: Ghostwriting4U Team
Abstract der Abschlussarbeit schreiben: Anleitung

Das Abstract ist eine verkürzte und präzise Wiedergabe des gesamten Inhalts deiner Abschlussarbeit, die Zielsetzung, verwendete Methoden, die wichtigsten Ergebnisse und das Fazit zusammenfasst. Es wird in der Sprache der Arbeit und, sofern die Hochschule es verlangt, in einer zweiten Sprache (in der Regel Englisch) verfasst und durch Schlagwörter ergänzt. Obwohl es am Anfang der Arbeit steht, gleich nach dem Titelblatt, schreibst du es erst dann, wenn der gesamte Text fertig ist. In diesem Artikel erklären wir, was ein Abstract genau enthalten soll, wie es sich von einer kurzen Annotation unterscheidet, wie viele Schlagwörter du angeben solltest und welche Fehler du vermeiden kannst.

Abstract und Annotation: Worin besteht der Unterschied

Im deutschsprachigen Raum ist der übliche Begriff für die Zusammenfassung am Anfang der Arbeit das Abstract, und das verlangen fast alle Lehrstühle. Der Begriff Annotation meint dagegen meist etwas Engeres: eine kurze beschreibende Notiz zu einer Quelle, etwa in einer kommentierten Bibliografie, und nicht eine vollständige Zusammenfassung deiner eigenen Arbeit. Es lohnt sich, beide Begriffe auseinanderzuhalten, auch wenn dein Prüfungsleitfaden sie gelegentlich locker verwendet.

Der praktische Unterschied liegt zwischen einer informativen Zusammenfassung und einer kurzen Kurzbeschreibung. Das Abstract ist informativ: Es benennt, was die Arbeit tut und was sie herausgefunden hat, einschließlich Ergebnisse und Fazit. Eine kurze Annotation oder Kurzbeschreibung ist indikativ: Sie deutet an, worum es geht, ohne die Ergebnisse zwingend zu verraten.

Eine einfache Gegenüberstellung hilft:

Merkmal Abstract Kurzbeschreibung
Zweck informiert über Inhalt und Ergebnisse deutet an, worum es geht
Inhalt Ziel, Methoden, Ergebnisse, Fazit Thema und Schwerpunkt
Umfang in der Regel etwa 100 bis 250 Wörter meist kürzer, einige Sätze
Findet sich bei Abschlussarbeiten und Fachaufsätzen Bibliografien, Katalogen, Datenbanken

Eine gute Kontrollfrage für deinen Text: Wenn du darin bewertest oder kommentierst, ist es kein Abstract, sondern eine Einleitung oder eine Diskussion. Ein Abstract ist eine verkürzte, präzise Wiedergabe des Inhalts, ohne hinzugefügte Interpretation oder Kritik.

Was ein Abstract der Abschlussarbeit enthalten soll

Ein gutes Abstract ist ein Miniaturbild der ganzen Arbeit. Auf kleinem Raum beantwortet es vier Fragen: was du untersucht hast, wie du es untersucht hast, was herausgekommen ist und was daraus folgt. Diese vier Elemente bilden sein Gerüst, wie es auch universitäre Schreibportale zum Abstract beschreiben.

Zielsetzung der Arbeit

Benenne gleich zu Beginn des Abstracts, was das Ziel der Arbeit war und welches Problem sie behandelt. Formuliere konkret, am besten mit demselben Verb, das du für die Zielsetzung in der Einleitung verwendest (ermitteln, analysieren, vergleichen, entwerfen, überprüfen). So weiß die Leserin sofort, wohin die Arbeit steuert.

Verwendete Methoden

Deute in ein bis zwei Sätzen an, auf welchem Weg du zu den Ergebnissen gekommen bist: ob es ein Fragebogen, Interviews, eine Dokumentenanalyse, ein Experiment oder eine Kombination von Ansätzen war. Einzelheiten gehören in das Methodikkapitel, im Abstract genügt ein kurzer Hinweis.

Wichtigste Ergebnisse

Das ist der Teil, den Studierende am häufigsten unterschätzen. Ein Abstract soll nicht nur ankündigen, dass du „zu Schlussfolgerungen gekommen" bist, sondern benennen, zu welchen. Wähle die ein oder zwei wichtigsten Erkenntnisse aus und benenne sie konkret. Gerade die Ergebnisse unterscheiden ein vollwertiges Abstract von einer bloßen Kurzbeschreibung.

Fazit und Beitrag

Nenne am Ende kurz, was aus den Ergebnissen folgt und worin der Beitrag der Arbeit besteht, gegebenenfalls mit einer Empfehlung für die Praxis. Füge keine neuen Informationen hinzu, die nicht in der Arbeit stehen, und setze keine Zitate oder Literaturverweise ein. Das Abstract soll auch ohne den restlichen Text für sich verständlich sein.

Schlagwörter: wie viele und wie auswählen

Unter das Abstract setzt du Schlagwörter, die den sachlichen Inhalt der Arbeit erfassen. Sie dienen der Katalogisierung und dem Auffinden in Datenbanken und Repositorien, sodass die richtigen Schlagwörter dafür sorgen, dass jemand deine Arbeit findet, der genau dein Thema sucht.

Empfohlen sind in der Regel drei bis fünf Schlagwörter, manche Lehrstühle lassen auch mehr zu. Richte dich immer nach den Vorgaben deines Lehrstuhls, die Vorrang vor allgemeinen Ratschlägen haben.

Bei der Auswahl der Schlagwörter helfen ein paar einfache Regeln:

  • Wähle Begriffe, die in der Arbeit wirklich dominant sind, nicht randständige.
  • Verwende Begriffe, die jemand in eine Suchmaschine eingeben würde, der dein Thema sucht.
  • Bevorzuge etablierte Fachbegriffe gegenüber eigenen Wortschöpfungen.
  • Vermeide zu allgemeine Wörter (zum Beispiel „Analyse" oder „Forschung"), die nichts spezifizieren.
  • Du kannst ein- und mehrwortige Begriffe verwenden; trenne sie mit Kommas.

Die Schlagwörter erscheinen in der Sprache der Arbeit und, wenn ein Abstract in einer zweiten Sprache verlangt wird, auch in dieser Sprache. Achte darauf, die Fachbegriffe fachlich korrekt zu übersetzen und nicht wörtlich über das erste Ergebnis aus einem Übersetzungsprogramm.

Wie lang ein Abstract sein soll

Das Abstract ist eine kurze Form. Eine gängige Empfehlung liegt bei rund 100 bis 250 Wörtern, manche Lehrstühle lassen auch einen längeren Text zu. Wichtiger als die genaue Zahl ist, dass alle vier Elemente (Ziel, Methoden, Ergebnisse, Fazit) hineinpassen und nichts Wesentliches fehlt.

Prüfe den genauen Umfang in den Vorgaben deiner Hochschule, denn die Anforderungen unterscheiden sich. Manche legen eine konkrete Wortzahl fest, andere empfehlen nur „Kürze". Entscheidend ist, dass das Abstract Ziel, Methoden, Ergebnisse und Fazit vollständig abdeckt.

Das Abstract zählt zudem nicht zum vorgeschriebenen Umfang des Hauptteils der Arbeit. Der Umfang einer Abschlussarbeit wird in der Regel von der Einleitung bis zum Fazit gemessen, sodass Titelblatt, Abstract, Inhaltsverzeichnis und Literaturverzeichnis nicht dazuzählen. Mehr dazu, wie der Umfang berechnet wird, findest du im Artikel über Umfang der Abschlussarbeit und Normseite.

Strukturiertes versus unstrukturiertes Abstract

Ein Abstract kann zwei Formen haben. Bei Abschlussarbeiten ist meist das unstrukturierte Abstract üblich, das fortlaufend als ein zusammenhängender Absatz ohne Überschriften geschrieben wird. Ziel, Methoden, Ergebnisse und Fazit folgen darin als Sätze aufeinander, nicht als getrennte Stichpunkte.

Das strukturierte Abstract bildet dagegen die Grundgliederung der Arbeit ab und benennt die einzelnen Teile ausdrücklich, zum Beispiel „Ziel:", „Methoden:", „Ergebnisse:", „Fazit:". Dieses Format ist vor allem in den Natur- und medizinischen Wissenschaften sowie in Fachzeitschriften verbreitet.

Welche Form du wählst, bestimmen die Gepflogenheit des Fachs und die Vorgaben des Lehrstuhls. Sofern die Vorgaben nichts anderes verlangen, ist bei einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit das unstrukturierte Abstract als ein zusammenhängender Absatz die sicherste Wahl.

Abstract in einer zweiten Sprache und Zusammenfassung

Viele Hochschulen verlangen ein Abstract in der Sprache der Arbeit und in einer zweiten Sprache, meist Englisch, manche zusätzlich eine längere Zusammenfassung. Die fremdsprachige Fassung soll inhaltlich mit dem Original übereinstimmen und keine freie Nacherzählung sein. Du schreibst denselben Text, nur in einer anderen Sprache, einschließlich der Übersetzung der Schlagwörter.

Der Begriff Zusammenfassung wird manchmal als Synonym für das fremdsprachige Abstract verwendet, manchmal verlangen Lehrstühle dafür einen eigenständigen, etwas längeren Überblick über die Arbeit. Das sind zwei leicht unterschiedliche Anforderungen, deshalb prüfe, was deine Hochschule konkret verlangt: ein kurzes fremdsprachiges Abstract oder zusätzlich eine umfangreichere Zusammenfassung.

Achte bei der Übersetzung ins Englische auf die Fachterminologie und die Grammatik. Unkontrollierte maschinelle Übersetzung ist häufig eine Fehlerquelle, die ein Gutachter leicht erkennt. Wenn du in der Fremdsprache unsicher bist, lohnt es sich, das Abstract prüfen zu lassen.

Wann das Abstract zu schreiben ist: immer zuletzt

Das Abstract steht zwar fast am Anfang der Arbeit, geschrieben werden soll es aber erst, wenn der gesamte Text fertig ist. Der Grund ist einfach: Erst nach Abschluss der Arbeit weißt du genau, welches Ziel du tatsächlich erreicht hast, welche Ergebnisse herausgekommen sind und wie die endgültige Struktur aussieht.

Wenn du das Abstract zu früh schreibst, besteht die Gefahr, dass es etwas anderes verspricht, als die Arbeit am Ende enthält. Am praktischsten ist deshalb das gleiche Vorgehen wie bei der Einleitung der Abschlussarbeit, das auch universitäre Leitfäden zum Abstract empfehlen: Eine Arbeitsfassung kannst du laufend skizzieren, die endgültige Formulierung aber feilst du als eine der letzten Aufgaben vor der Abgabe aus.

Eine Hilfe ist, das Abstract auf Grundlage der fertigen Einleitung und des fertigen Fazits zu schreiben. Die Einleitung liefert dir Ziel und Methoden, das Fazit liefert dir Ergebnisse und Beitrag. Aus diesen beiden Teilen setzt du das Abstract schnell und treffend zusammen.

Vorlage für den Aufbau des Abstracts

Nimm das folgende Gerüst als Vorlage, die du an dein Thema anpasst, nicht als Text zum Kopieren. Jede Arbeit durchläuft eine Plagiatsprüfung, deshalb lohnen sich übernommene Formulierungen nicht.

  • Ziel (1 bis 2 Sätze): „Ziel der Arbeit ist es, [zu ermitteln/zu analysieren/zu entwerfen] [Untersuchungsgegenstand] in [Kontext/Stichprobe]."
  • Methoden (1 Satz): „Zur Erreichung des Ziels haben wir [Methode der Datenerhebung und -analyse] eingesetzt."
  • Ergebnisse (1 bis 2 Sätze): „Die Analyse hat gezeigt, dass [zentrale Erkenntnis]."
  • Fazit und Beitrag (1 Satz): „Die Arbeit liefert [eine Empfehlung oder einen Beitrag für die Praxis oder weitere Forschung]."

Unter diesen Text setzt du dann eine Zeile mit Schlagwörtern und wiederholst sowohl das Abstract als auch die Schlagwörter in der fremdsprachigen Fassung. Das Ergebnis sollte ein zusammenhängender, für sich verständlicher Absatz sein.

Häufige Fehler im Abstract

Fehlende Ergebnisse. Der häufigste Fehler. Das Abstract beschreibt Ziel und Methoden, sagt aber nicht, was die Arbeit eigentlich herausgefunden hat. Ohne Ergebnisse ist es eine Kurzbeschreibung, kein Abstract.

Zu früh geschriebenes Abstract. Wenn du es am Anfang schreibst und nach Fertigstellung der Arbeit nicht überarbeitest, verspricht es oft etwas, das der Text am Ende nicht einlöst.

Zitate und Verweise im Abstract. Das Abstract soll für sich verständlich sein. Verweise auf Literatur, Tabellen oder Kapitel gehören nicht hinein.

Neue Informationen, die in der Arbeit nicht vorkommen. Das Abstract fasst nur den vorhandenen Inhalt zusammen. Nichts Neues soll dort zum ersten Mal auftauchen.

Schwaches fremdsprachiges Abstract. Eine wörtliche maschinelle Übersetzung mit Fehlern in Begriffen und Grammatik wirkt nachlässig und wird von einem Gutachter leicht erkannt.

Ungeeignete Schlagwörter. Zu allgemeine Wörter oder umgekehrt randständige Begriffe, die den Inhalt der Arbeit nicht erfassen. Schlagwörter sollen die Arbeit auffindbar machen, nicht sie nur beschreiben.

Wie das Abstract in die ganze Arbeit passt

Das Abstract ist keine isolierte Formalität, sondern ein Spiegel der ganzen Arbeit. Das Ziel darin soll mit dem Ziel in der Einleitung übereinstimmen, die Methoden mit dem Methodikkapitel und die Ergebnisse mit dem Fazit. Wenn diese Teile auseinanderlaufen, ist das ein Signal, dass in der Arbeit etwas nicht zusammenhält.

Eine gute Kontrolle vor der Abgabe ist, Abstract, Einleitung und Fazit nebeneinander zu lesen. Sie sollten dieselbe Geschichte erzählen: Die Einleitung verspricht, die Arbeit löst ein, und Abstract und Fazit stellen das Ergebnis fest. Wie die einzelnen Kapitel aufeinander aufbauen, liest du im Artikel über den Aufbau einer Abschlussarbeit.

Wenn du dir beim Abstract, den Schlagwörtern oder der fremdsprachigen Fassung unsicher bist, helfen dir unsere Autorinnen und Autoren, die Zusammenfassung so zu formulieren, dass sie genau zum Inhalt der Arbeit passt. Du kannst dir unsere Leistungen ansehen oder gleich eine unverbindliche Anfrage stellen, und wir beraten dich, was deine Arbeit konkret braucht.

Häufig gestellte Fragen

Worin besteht der Unterschied zwischen Abstract und Annotation?

Das Abstract ist eine informative Zusammenfassung, die auch die Ergebnisse und das Fazit der Arbeit nennt. Eine Annotation im deutschen Sinn ist meist eine kurze beschreibende Notiz zu einer Quelle, etwa in einer kommentierten Bibliografie. Für die Zusammenfassung am Anfang einer Abschlussarbeit verlangen fast alle Lehrstühle ein Abstract, richte dich aber nach den Vorgaben deines Lehrstuhls, wenn dessen Wortwahl abweicht.

Wie viele Schlagwörter soll ich angeben?

In der Regel drei bis fünf Schlagwörter, manche Lehrstühle lassen auch mehr zu. Wähle Begriffe, die in der Arbeit dominant sind und die jemand in eine Suchmaschine eingeben würde, der dein Thema sucht. Die verbindliche Zahl findest du in den Vorgaben deines Lehrstuhls.

Wie lang soll ein Abstract sein?

Eine gängige Empfehlung liegt bei rund 100 bis 250 Wörtern, manche Hochschulen lassen auch einen längeren Text zu. Wichtiger als die genaue Zahl ist, dass Ziel, Methoden, Ergebnisse und Fazit hineinpassen. Den genauen Umfang prüfst du in den Vorgaben deiner Hochschule.

Wann soll ich das Abstract schreiben?

Erst nach Fertigstellung der ganzen Arbeit, obwohl es im Dokument fast am Anfang steht. Nur dann weißt du genau, welches Ziel du erreicht und welche Ergebnisse du erzielt hast. Eine Arbeitsfassung kannst du laufend skizzieren, die endgültige Formulierung feilst du aber kurz vor der Abgabe aus.

Muss das Abstract eine fremdsprachige Fassung haben?

Häufig ja. Viele Hochschulen verlangen ein Abstract in der Sprache der Arbeit und in einer zweiten Sprache, meist Englisch. Die fremdsprachige Fassung soll inhaltlich mit dem Original übereinstimmen, einschließlich der Übersetzung der Schlagwörter. Achte auf die Fachterminologie und die Grammatik.

Gehören Zitate und Literaturverweise in das Abstract?

Nein. Das Abstract soll auch ohne den Rest der Arbeit für sich verständlich sein, deshalb gehören Zitate, Quellenverweise, Tabellen und Kapitelverweise nicht hinein. Diese Elemente haben ihren Platz im Haupttext, nicht in der Zusammenfassung.

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