
Internet- und Online-Quellen zitierst du im Grunde wie gedruckte Quellen, du ergänzt nur drei zusätzliche Angaben: einen Hinweis auf den Medientyp wie [Online], ein Abrufdatum in der Form [Abgerufen am 24. Juni 2026] und einen Verfügbarkeitshinweis mit der Adresse der Quelle, etwa Verfügbar unter: gefolgt von der URL. Bei einer Webseite, einem Online-Artikel, einem E-Book, einem Video oder einem Beitrag in sozialen Medien behältst du die übliche Reihenfolge aus Autor, Titel und weiteren Angaben bei und fügst diese Online-Elemente am Ende an. Die Ausgabe eines KI-Tools wie ChatGPT regeln die Zitierweisen nicht direkt, du kannst sie aber nach den Empfehlungen deiner Hochschule und Bibliothek zitieren. Dieser Artikel behandelt nur die Besonderheiten elektronischer Quellen. Das allgemeine Vorgehen findest du im Artikel zitieren nach ISO 690.
Was eine Quelle „elektronisch" macht und warum das wichtig ist
Eine elektronische (Online-)Quelle ist jedes Dokument, auf das du über das Internet oder einen anderen digitalen Datenträger zugreifst: eine Webseite, ein PDF zum Herunterladen, ein E-Book, die Online-Version einer Fachstudie, ein Video, ein Beitrag in sozialen Medien oder ein Eintrag in einer Datenbank. Von einer gedruckten Quelle unterscheidet sie sich in zwei Punkten, die den Literaturnachweis unmittelbar betreffen.
Erstens kann sich Online-Inhalt jederzeit ändern oder verschwinden. Deshalb verlangen Zitierweisen wie APA, die deutsche Zitierweise und Harvard, dass du angibst, wann du die Quelle tatsächlich gesehen hast, also das Abrufdatum. Zweitens muss die Leserschaft wissen, wo genau die Quelle zu finden ist, daher fügst du einen Verfügbarkeitshinweis (URL oder DOI) an. Ohne diese beiden Angaben ist ein Nachweis einer elektronischen Quelle unvollständig.
Welche Zitierweise du anwendest, hängt von deinem Fach und deiner Hochschule ab. APA ist in den Sozial- und Naturwissenschaften verbreitet, die klassische deutsche Zitierweise mit Fußnoten in den Geistes- und Rechtswissenschaften, Harvard kommt fächerübergreifend vor. Schreibt dein Institut eine bestimmte Zitierweise vor, richte dich nach deren Leitfaden. Die offizielle Vorgabe hat immer Vorrang vor allgemeinen Ratschlägen.
Die drei Angaben, die du jeder Online-Quelle hinzufügst
Beim Zitieren einer elektronischen Quelle ergänzt du die üblichen Angaben um drei spezifische Elemente. Ihre Reihenfolge und Form sind je Zitierweise festgelegt.
Hinweis auf den Medientyp: [Online]
Direkt hinter dem Titel des Dokuments verlangen einige Zitierweisen einen Hinweis in eckigen Klammern, dass es sich um eine Online-Quelle handelt, also [Online]. Damit signalisierst du der Leserschaft, dass es keine gedruckte Fassung ist und die Quelle im Internet zu suchen ist. APA verwendet diesen Zusatz nicht, viele Harvard-Varianten dagegen schon, prüfe also deinen Leitfaden.
Abrufdatum
Das Abrufdatum sagt aus, wann du die Quelle gesehen und Angaben daraus übernommen hast. Bei Online-Quellen ist es häufig verpflichtend, weil sich der Inhalt ändern kann. In der deutschen Zitierweise erscheint es oft als (Abgerufen am 24.06.2026). APA verlangt ein Abrufdatum in der Regel nur dann, wenn sich der Inhalt voraussichtlich ändert, etwa bei einem Wiki oder einer laufend aktualisierten Datenseite.
Verfügbarkeitshinweis: Verfügbar unter: / URL oder DOI
Am Ende des Nachweises gibst du an, wo die Quelle zu finden ist, mit einer Wendung wie Verfügbar unter: und der Adresse oder schlicht der URL beziehungsweise dem DOI. Moderne Leitfäden setzen die Adresse nicht in spitze Klammern, und du setzt keinen Punkt direkt hinter eine URL, der versehentlich mitkopiert werden könnte. Wo ein DOI vorhanden ist, ziehst du ihn einer reinen URL vor.
Musterformate für die einzelnen Quellentypen
Die folgenden Muster zeigen die Reihenfolge und den Aufbau der Elemente, nicht konkrete reale Quellen. Eckige Klammern mit Großbuchstaben markieren die Stellen, die du durch eigene Angaben ersetzt. Kleinigkeiten (Kommas, Kursivsatz, die genaue Formulierung) unterscheiden sich je nach Zitierweise, behandle die Muster daher als Vorlagen und gleiche sie mit deinem Leitfaden ab.
Webseite
Bei einer eigenständigen Webseite gibst du den Autor oder die Institution, den Titel der Seite, gegebenenfalls den Online-Hinweis, das Jahr oder Datum, das Abrufdatum und die URL an:
AUTOR (oder INSTITUTION). (Jahr). Titel der Seite [Online]. Verfügbar unter: https://www.beispiel.de/seite (Abgerufen am 24.06.2026)
Online-Artikel oder PDF in einer Fachzeitschrift
Ein Online-Zeitschriftenartikel verbindet die Angaben zum Artikel mit denen zur Zeitschrift. Hat der Artikel einen DOI, gibst du ihn statt der URL oder neben ihr an:
NACHNAME, V. (Jahr). Titel des Artikels. Name der Zeitschrift, Jahrgang(Heft), Seiten. https://doi.org/10.xxxx/xxxxx
Handelt es sich um ein eigenständiges PDF ohne Zeitschriftenzuordnung (zum Beispiel einen methodischen Leitfaden), zitierst du es als Online-Dokument: Autor, Jahr, Titel [Online], Herausgeber, Abrufdatum und Verfügbarkeit.
E-Book
Ein E-Book zitierst du ähnlich wie eine gedruckte Monografie, du ergänzt jedoch das Format und die Online-Elemente:
NACHNAME, V. (Jahr). Titel des Buches [Online]. Auflage. Ort: Verlag. Verfügbar unter: https://www.beispiel.de/buch (Abgerufen am 24.06.2026)
Liest du das E-Book in einem bestimmten Format oder Reader, kannst du das Format angeben (zum Beispiel [Kindle] oder [EPUB]), je nach deinem Leitfaden.
Video (zum Beispiel YouTube)
Bei einem Video ist der Autor der Urheber oder Kanal, der den Inhalt veröffentlicht hat. Du gibst den Titel des Videos, das Format, den Kanal oder die Plattform, das Veröffentlichungsdatum, das Abrufdatum und die URL an:
AUTOR oder KANAL. (Jahr). Titel des Videos [Online-Video]. Plattform. Verfügbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=xxxx (Abgerufen am 24.06.2026)
Beitrag in sozialen Medien
Bei einem Beitrag in sozialen Medien gibst du den Namen des Autors, gegebenenfalls den Nutzernamen in Klammern, den Wortlaut oder eine Beschreibung des Beitrags, die Plattform, das genaue Datum (und bei Bedarf die Uhrzeit) und die URL an:
AUTOR (@nutzername). (Jahr). Text oder Beschreibung des Beitrags [Online]. Plattform, Datum und Uhrzeit. Verfügbar unter: https://www.beispiel.de/beitrag (Abgerufen am 24.06.2026)
Online-Zeitungen und Nachrichtenportale
Ein Online-Nachrichtenartikel verbindet den Autor, die Überschrift, den Titel des Mediums und die Online-Elemente. Ist kein Autor genannt, beginnst du mit dem Titel des Artikels:
NACHNAME, V. (Jahr). Überschrift des Artikels. Name der Zeitung [Online]. Veröffentlichungsdatum. Verfügbar unter: https://www.beispiel.de/artikel (Abgerufen am 24.06.2026)
Datenbanken und Repositorien
Bei Quellen aus Fachdatenbanken und Repositorien gibst du zusätzlich zu den üblichen Angaben den Namen der Datenbank und die Verfügbarkeit an. Ist ein DOI oder ein dauerhafter Link verfügbar, ziehst du ihn einer langen Adresse mit Sitzungsparametern vor:
NACHNAME, V. (Jahr). Titel des Dokuments [Online]. Name der Datenbank. https://doi.org/10.xxxx/xxxxx
DOI versus URL: was du bevorzugen solltest
Ein DOI (Digital Object Identifier) ist ein dauerhafter Bezeichner, der auch dann zum Dokument führt, wenn sich dessen Webadresse ändert. Eine URL ist eine gewöhnliche Internetadresse, die mit der Zeit umziehen oder ungültig werden kann. Hat eine Quelle einen DOI, gibst du ihn bevorzugt an, meist als Link in der Form https://doi.org/ gefolgt vom Bezeichner.
Die praktische Regel ist einfach. Hat die Quelle einen DOI? Verwende den DOI. Hat sie keinen? Verwende die möglichst dauerhafte URL, idealerweise einen Permalink oder stabilen Link, nicht eine vorübergehende Adresse aus der Suche. Lange Adressen mit Sitzungsparametern (die Teile nach dem Fragezeichen, die nach dem Schließen des Browsers verfallen) lässt du weg.
Was tun, wenn Autor oder Datum fehlen
Bei Webquellen fehlt häufig der Autor oder das Veröffentlichungsdatum. Die Zitierweisen sehen das vor und bieten klare Lösungen.
- Kein Autor. Du beginnst den Nachweis mit dem Titel des Dokuments. Du erfindest keinen Autor und schreibst nicht „anonym". Ist eine Institution für den Inhalt verantwortlich (eine Behörde, eine Organisation, eine Hochschule), nennst du diese als Autor.
- Kein Veröffentlichungsdatum. Statt des Jahres schreibst du o. D. (ohne Datum) oder in englischsprachigen Vorlagen n.d. Das Abrufdatum ergänzt du jedoch immer, das kennst du, denn es ist der Tag, an dem du die Quelle gesehen hast.
- Kein Titel. Bei Beiträgen in sozialen Medien gibt es oft keinen formalen Titel. Dann gibst du eine kurze Beschreibung des Inhalts oder die ersten Worte des Beitrags an.
- Keine Seitenzahl. Bei einer Online-Quelle ohne Seitenzählung zitierst du keine Seite. Ist der Inhalt lang, kannst du auf ein Kapitel, einen Abschnitt, eine Absatznummer oder einen Zeitstempel (beim Video) verweisen.
Die gemeinsame Regel lautet: Erfinde niemals Angaben, die in der Quelle nicht vorhanden sind. Verwende lieber den vorgeschriebenen Ersatz (Titel statt Autor, o. D. statt des Jahres) als eine falsche Angabe.
Wie (und ob überhaupt) du die Ausgabe von KI-Tools zitierst
Die meisten Zitierweisen regeln das Zitieren von Ausgaben generativer KI-Tools wie ChatGPT nicht direkt, APA hat jedoch eigene Empfehlungen veröffentlicht. Bevor du KI zitierst, prüfe zwei Dinge: ob deine Hochschule den Einsatz von KI in deiner Arbeit überhaupt erlaubt und auf welche Weise sie ihn dokumentiert wissen will. Die Vorgaben deines Instituts oder deines Betreuers haben immer Vorrang.
Wann du ein KI-Tool angeben musst
Hast du KI als Informationsquelle oder zum Erzeugen eines Textteils genutzt, musst du das offenlegen und dokumentieren. Hast du sie nur zur Korrektur der Rechtschreibung oder zum Umformulieren eigener Sätze genutzt, genügt in der Regel ein Hinweis in einer Anmerkung zur Methodik. Die Grenze zwischen Hilfsmittel und Quelle legt die Richtlinie deiner Hochschule fest. Bedenke auch, dass sich die Ausgabe von KI erkennen lässt, mehr dazu im Artikel wie KI-Texte erkannt werden.
Musterstruktur eines Nachweises für ein KI-Tool
Die Empfehlungen sind sich einig, dass du das Tool selbst zitierst und nicht „ein Gespräch" als anonyme Quelle. Der Nachweis sollte diese Elemente enthalten:
URHEBER. (Jahr). Name des Tools (Version) [Large Language Model]. Verfügbar unter: https://www.beispiel.de (Abgerufen am 24.06.2026)
In der Praxis bedeutet das: den Urheber (zum Beispiel das Unternehmen, das das Tool entwickelt hat), den Namen des Tools, den Hinweis, dass es sich um ein generatives KI-Tool handelt, seine Version, das Datum und die Verfügbarkeit. Da die Ausgabe der KI nicht öffentlich auffindbar ist und sich nicht überprüfen lässt, empfehlen viele Hochschulen, die Konversation selbst (deine Eingabe und die Antwort) mit Datum und Uhrzeit in den Anhang aufzunehmen. So kann die Prüfungskommission nachvollziehen, was das Tool genau erzeugt hat.
Warum Vorsicht angebracht ist
Ein KI-Tool ist keine vertrauenswürdige Primärquelle. Es kann Fakten und sogar nicht existierende Quellenangaben „erfinden", daher musst du jede Angabe daraus in einer echten Quelle überprüfen und das ursprüngliche Dokument zitieren. Nutze KI höchstens als Hilfsmittel, um dich in ein Thema einzuarbeiten, nicht als Beleg, auf den du die Aussagen in deiner Arbeit stützt. Im akademischen Umfeld gilt: Für den Inhalt und seine Überprüfung bist du verantwortlich, nicht das Tool.
Die häufigsten Fehler beim Zitieren von Online-Quellen
- Fehlendes Abrufdatum. Der häufigste Fehler bei elektronischen Quellen. Bei einer Online-Quelle ist es oft verpflichtend, weil sich der Inhalt ändern kann.
- Ein Punkt hinter der URL. Leitfäden vermeiden einen Punkt direkt hinter der abschließenden Adresse, damit er nicht Teil des kopierten Links wird.
- Eine vorübergehende Adresse statt einer dauerhaften. Das Kopieren einer langen Adresse aus der Suche oder mit Sitzungsparametern. Verwende einen dauerhaften Link oder einen DOI.
- Zitieren der ganzen Domain. Der Nachweis soll zu einem konkreten Dokument oder einer Unterseite führen, nicht nur zur Startseite einer Website.
- KI als anonyme Quelle. Eine Aussage wie „laut Internet" oder „laut KI" ohne Angabe des Tools und ohne Überprüfung in der ursprünglichen Quelle.
Wenn du dir bei deinen Quellenangaben unsicher bist, hilft auch ein Blick auf unsere Leistungsübersicht, wo wir die formale Gestaltung und das Literaturverzeichnis nach deiner gewählten Zitierweise prüfen können.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Veröffentlichungsdatum und Abrufdatum?
Das Veröffentlichungsdatum ist der Tag, an dem die Quelle veröffentlicht oder zuletzt geändert wurde. Das Abrufdatum ist der Tag, an dem du die Quelle gesehen und Angaben daraus übernommen hast. Bei Online-Quellen werden beide angegeben, sofern verfügbar. Das Abrufdatum ist oft verpflichtend, weil sich Online-Inhalt ändern kann.
Muss ich auch bei einem gedruckten Buch ein Abrufdatum angeben?
Nein. Das Abrufdatum ist spezifisch für elektronische und Online-Quellen, deren Inhalt sich mit der Zeit ändern kann. Bei einem gedruckten Buch oder einer Zeitschrift genügt das Veröffentlichungsdatum, denn ein gedrucktes Dokument ändert sich nicht mehr.
Wie zitiere ich eine Quelle, die inzwischen aus dem Internet verschwunden ist?
Hast du die Quelle während des Schreibens gesehen und korrekt mit Abrufdatum zitiert, bleibt der Nachweis gültig, auch wenn die Seite später verschwindet. Das Abrufdatum belegt genau für diesen Fall, wann die Quelle verfügbar war. Wenn möglich, archiviere eine Kopie (zum Beispiel eine gespeicherte Seite oder einen Screenshot).
Darf ich in meiner Abschlussarbeit Wikipedia oder einen Blog zitieren?
Technisch ja, formal zitierst du sie wie eine Webseite. Die eigentliche Frage ist, ob es eine geeignete Quelle ist. Wikipedia und Blogs sind keine wissenschaftlichen Primärquellen. In einer akademischen Arbeit nutzt du sie höchstens als Ausgangspunkt und stützt deine Aussagen auf Fachstudien, Bücher und offizielle Dokumente.
Wie zitiere ich eine Online-Quelle ohne Autor?
Du beginnst den Nachweis mit dem Titel des Dokuments. Ist eine Institution für den Inhalt verantwortlich (eine Behörde, eine Hochschule, eine Organisation), nennst du diese als Autor. Erfinde niemals einen Autor und schreibe nicht „anonym".
Ist es erlaubt, ChatGPT als Quelle in einer Bachelor- oder Masterarbeit zu zitieren?
Das hängt von den Regeln deiner Hochschule ab. Die meisten Zitierweisen regeln KI nicht direkt, aber APA und viele Institute veröffentlichen eigene Empfehlungen. Ist KI erlaubt, zitierst du das Tool selbst (Urheber, Name, Version, Datum, Verfügbarkeit) und fügst die Konversation idealerweise in den Anhang ein. Prüfe immer die Richtlinie deines Instituts oder deines Betreuers.
Ich brauche Hilfe bei meinen Quellenangaben. Könnt ihr das prüfen?
Ja. Wenn du dir bei der formalen Gestaltung oder dem Literaturverzeichnis unsicher bist, helfen dir unsere Autoren, deine Quellenangaben mit deiner gewählten Zitierweise in Einklang zu bringen. Du kannst dir unsere Leistungen ansehen oder direkt eine unverbindliche Anfrage stellen, und wir beraten dich, was deine Arbeit braucht.
