
Eine Fallstudie untersucht einen abgegrenzten Fall in seinem Kontext. Bestimmen Sie Analyseeinheit, Forschungsfrage und benötigte Belege vor der Datenerhebung. Erklären Sie Auswertung und Aussagegrenzen. Eine Organisationsbeschreibung allein ergibt noch kein überzeugendes Forschungsdesign.
Was ist der Fall und wie grenzen Sie ihn ab?
Ein Fall kann ein bestimmtes Programm, ein Prozess oder eine Dienstleistung in einem festgelegten Zeitraum sein. Nicht jede interviewte Person ist automatisch ein eigener Fall. Benennen Sie, was zur Untersuchung gehört und was nicht. SAGE und Robert Yin stellen eine methodische Tradition vor; weitere Fallstudienansätze existieren ebenfalls.
Qualitative und numerische Daten können einbezogen werden. Allein ein Interview bestimmt das Design nicht. Klären Sie Datenzugang und Genehmigungen, bevor Sie konkrete Auswertungen versprechen.
Wie sieht ein hypothetischer Plan aus?
Das Beispiel ist erfunden, keine durchgeführte Forschung: Untersucht wird die Organisation von Beratung in einem Hochschulzentrum während eines Semesters. Die Frage lautet, wie dieses Zentrum Unterstützung für erwerbstätige Erstsemester organisiert. Andere Zentren und Zeiträume sind nicht automatisch Teil des Falls.
Vergleichen ließen sich Terminpläne und Buchungsregeln, freiwillige Interviews mit relevanten Erfahrungen sowie freigegebene Dokumente und Mitarbeitendenaussagen. Klären Sie, was angeboten wird, wie es erlebt wird und wie Entscheidungen erklärt werden. Verwaltungsdaten dürfen nur im erforderlichen, zulässigen Umfang einfließen.
Wie wird daraus eine Analyse?
Bestimmen Sie für jede Datenquelle das Auswertungsverfahren. Interviews können eine begründete thematische Analyse nutzen; Dokumente oder Zahlen benötigen gegebenenfalls andere Schritte. Halten Sie die Verbindung zwischen Aussage und Auszug, Dokument oder Berechnung nachvollziehbar.
Vergleichen Sie Übereinstimmungen und Widersprüche. Abweichungen zwischen Öffnungszeiten und Erfahrungen können analytisch wichtig sein. Die SAGE-Methodenübersicht erläutert unterschiedliche Konzeptionen. Vermischen Sie diese nicht unbegründet.
Wie gliedern Sie Kapitel und Schlussfolgerungen?
Beschreiben Sie Frage, Auswahl, Grenzen, Kontext, Datenquellen, Erhebung und Analyse. Es folgen belegte Ergebnisse sowie Diskussion und Einschränkungen. Passen Sie Überschriften an die Hochschule an. Arbeiten Sie selbst in der Organisation, erläutern Sie den Einfluss Ihrer Position.
Ein Fall ist nicht automatisch repräsentativ für alle Organisationen. Ebenso falsch wäre es, jeden weitergehenden Erkenntnisgewinn auszuschließen; Flyvbjerg untersucht dieses Missverständnis. Erläutern Sie Theoriebezug und relevante Bedingungen anderer Kontexte. Eine Erklärung einer Person ist noch kein nachgewiesener Kausaleffekt.
Besprechen Sie vor Beginn Frage, Zugang, Analyse und Ethik mit der Betreuung. Beachten Sie Information, Einwilligungen und Hochschulregeln. Ein geänderter Organisationsname anonymisiert eine einzigartige Situation nicht zwingend. Das Arbeitsblatt dokumentiert den Plan, ersetzt aber keine Methodenlektüre.
FAQ
Sind Fallstudien immer qualitativ?
Nein. Ein begründetes Design kann qualitative, numerische oder kombinierte Belege verwenden.
Ist jede interviewte Person ein Fall?
Nicht automatisch. Definieren Sie Fall und Analyseeinheit anhand der Frage.
Genügt eine Organisationsbeschreibung?
Verbinden Sie Kontext mit Frage, Belegen, Analyse und tragfähigen Schlussfolgerungen.
Muss ich eine Interviewzahl übernehmen?
Nein. Begründen Sie den Umfang mit Design, Evidenzbedarf und Analyseziel.
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Weiterführende Anleitungen
- Thematische Analyse von Interviews: Vom Transkript zu Codes und Themen
- Forschungsziel und Teilziele der Abschlussarbeit: Formulieren mit Beispielen
- Tabellen und Abbildungen in der Abschlussarbeit: Titel, Quellen und Interpretation
- Qualitative oder quantitative Forschung: Die passende Methode für die Abschlussarbeit
- Methodik und Forschungsmethoden in der Abschlussarbeit
